Die deutsche Lederindustrie setzt sich aus den folgenden drei Industriebereichen zusammen:
Mit einem Gesamtumsatz von circa 2,7 Mrd. EUR rangiert die Lederindustrie am Ende der Industriebereichsstatistik. Den weitaus größten Anteil erwirtschaftet die Schuhindustrie mit 2,1 Mrd. EUR, während der Umsatz der Gerbereien bei 0,3 Mrd. EUR liegt.
In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten fast halbiert. Betrachtet man die letzten 20 Jahre, reduzierte sich die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der deutschen Lederindustrie auf ein Drittel (14.227). Diese Entwicklung wurde im Wesentlichen durch die frühzeitige Verlagerung von Produktionsstätten in sogenannte Billiglohnländer beeinflusst. Zur starken Konkurrenz aus den südlichen Ländern der EU (Italien, Spanien, Portugal) kamen zunehmend Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländer hinzu. Die Globalisierung der Märkte hat den Wettlauf um die niedrigsten Löhne und geringsten Umweltauflagen noch weiter verschärft und zu Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen Lederindustrie geführt.
Ein weiteres Problemfeld resultiert aus unfairen Praktiken im internationalen Welthandel. Durch administrative Handelshemmnisse (Importzölle) wird deutschen Lederunternehmen der freie Marktzugang in einer Reihe von Ländern verwehrt.
Die Zukunft der deutschen Lederindustrie wird hauptsächlich davon abhängen, inwieweit es den Betrieben gelingt, sich im gehobenen Qualitätsbereich zu positionieren oder sich in Nischen für Spezialanfertigungen einzurichten. Konjunkturell ist die Lederindustrie den starken Schwankungen des privaten Konsums unterworfen.